Vor einer guten Woche haben wir in Kingscross/Sydney einen weißen gebrauchten Mitsubishi Station Wagon von 3 netten Münchenern erstanden und ihm sofort den Namen Orlando (enge Freunde dürfen ihn Orli nennen) gegeben! Das Auto hat alles, was man fürs Leben in der Wildnis braucht, von Gaskocher über Geschirr und Besteck hin zu Luftmatratzen, Decken und Kissen. Zunächst sind wir nach Avalon Beach gefahren, in den Vorort von Sydney, der Malte bei seiner Australienreise vor 4 Jahren so gut gefallen hat und in dem ein Freund eine Kiste mit Arbeitsklamotten und dem lang ersehnten Basketball für ihn hinterlassen hat. Dort haben wir dann auch die erste Nacht im Auto auf einem Strandparkplatz geschlafen. Gewönungsbedürftig! Nach einer mehr als beschissenen Nacht, einer kalten Stranddusche und einem bescheidenen Frühstück mit Labertoast und flüssiger Butter sind wir zurück nach Sydney gefahren, um uns mit den Münchenern zu treffen und das Auto umzumelden. Das dauerte länger als gedacht, denn die Australier sind da eher gemächlich (“Take it easy Mate”), sodass ich den Vormittag mit Korbi und Sebastian verbracht habe, die mir versichert haben, dass man sich ans im Auto schlafen gewöhnt. Gegen 14 Uhr konnten wir dann endlich starten!
Mit Orlando haben wir uns also auf den Weg nach Melbourne gemacht, denn im Nordosten und Osten sind es ja leider wettermäßig zur Zeit eher mau bis weltuntergangsmäßig aus. Von Sydney nach Melbourne sind es so um die 1000 Kilometer, die wir in 4-5 Tagen bewältigt haben. Der Princes Highway führt einmal um Australien und hat uns durch die unterschiedlichsten Landschaften und Örtchen nahe der Küste geleitet. So haben wir beispielsweise eine Nacht in Eden auf dem Campingplatz verbracht und nach 2 Tagen eiskalter Stranddusche endlich mal wieder eine heiße Dusche bekommen. In Lakes Entrance haben wir entschieden, am Strand zu schlafen: Kalt und sandig, aber der Sternenhimmel, das rauschende Meer und der Sonnenaufgang lassen einen das fast vergessen! Einmalig! Allerdings empfehlen wir eine große Isomatte oder Luftmatratze und funktionierende Schlafsäcke :)
Endlich in Melbourne angekommen, war es eine Wonne, endlich wieder in einem normalen, frischen, sauberen, weichen Bett zu schlafen und so haben wir die ersten 1 1/2 Tage mit Schlafen und Essen verbracht :D Frisch und munter haben wir dann die Stadt bei Sonne und 35 Grad erkundet, eine Stadtführung der besonderen Art mitgemacht (eine Australierin hat uns in eher unauffällige Gässchen geführt, die aber herrliche und vor allem günstige Cafes enthielten und in denen man allerlei Graffiti usw. entdecken konnte) und das Leben in der Zivilisation und außerhalb des Autos genossen ;) Am Samstagabend haben wir ein deutsches Pärchen aus unserem Hostel kennengelernt (Daniel, 30, BWL studiert und gearbeitet und Aline, 26, Physiotherapeutin) und sogleich beschlossen, zusammen die berühmten 12 Apostel zu besuchen, die gute 300 Kilometer südlich von Melbourne liegen und von denen wir noch nie was gehört hatten :D Montagmorgen sollte es mit Orlando losgehen. Beim Frühstück kamen wir dann noch mit dem 18-jährigen, ebenfalls deutschen, Abiturienten Philipp aus Gifhorn (:D) ins Gespräch und haben ihn spontan eingeladen, uns ebenfalls zu begleiten, was er dann auch tat.
Zu fünft ging es also los Richtung Süden zu den 12 Aposteln, auch wenn das Wetter ziemlich zu Wünschen übrig ließ, um nicht zu sagen, es war beschissen. Trotzdessen waren alle guter Laune und gradezu besessen auf die australische Tierwelt, wir hatten nämlich alle noch kaum typische Tiere gesehen. Als der Lonely Planet uns dann sagte, eine kleine Straße zum südlichsten Punkt Australiens sei von Koalabären bevölkert, ließen wir uns natürlich nicht lange bitten. Und tatsächlich: Kaum ein paar Meter durch den Dschungel gefahren, standen dort die ersten Touris und bestaunten einen ziemlich begossen aussehenden Koala in den Bäumen. Wir natürlich sofort raus aus dem Auto und tausende schlechte Fotos vom ersten gesichteten Koala gemacht. Und so ging es im Prinzip die ganze Zeit weiter: Immer, wenn vor uns auf der Straße Autos standen, hielten wir auch und fotografierten drauf los, bis es uns irgendwann reichte mit Koalagucken und uns ein Känguru herbeiwünschten. Doch die ließen auf sich warten. Der südlichste Punkt Australiens inklusive ältestem Leuchtturm Australiens war weniger spektakulär, denn man sah weder das Meer noch den Leuchtturm vom Parkplatz aus und der Eintritt war uns dann doch zuviel. Und auch nach einem längeren Marsch durchs Gestrüpp (Schlangenwarnungen überall und Philipp barfuß, weil er seine Lederflippis nicht ruinieren wollte :D) sah man kein Wasser. Also wieder zurück durch den mit Koalas bestückten Dschungel, von denen wir mittlerweile richtig angenervt waren, aber dazu später mehr.
Am frühen Nachmittag kamen wir nach langem Rumgetucker durch großartige Kulissen der Great Ocean Road endlich an den 12 Aposteln an, die mittlerweile nur noch 7 sind, da das Meer die riesigen Felsen im Wasser so langsam aber sicher wegspült. Und wieder einmal: Großartig! Die lange Fahrt hat sich wirklich gelohnt und auch bei leichtem Nebel und Nieselregen war der Ausblick toll und eine Erfahrung wert! Fotos folgen, dann werdet ihr das vielleicht ansatzweise verstehen :)
Die Rückfahrt: Der Nebel nahm immer mehr zu, sodass wir zeitweise nur 20 km/h fahren konnten und keine 20 Meter weit gucken konnten. Regnen tat es sowieso die ganze Zeit. Und dann passierte es: Wir waren grade voll in ein Gespräch über die Managerin des Jahres 2010 verwickelt, die Aline behandelt hatte, als Malte am Steuer auf einmal aufschrie und ein gewagtes, aber nichtsdestotrotz richtiges und sicheres Ausweichmanöver startete, denn was lief vor uns über die Straße: Ein Koala! Wir hätten ihn voll erwischt, wäre Malte nicht zur Seite gefahren und den doofen Koala interessierte das n Scheiß! Verständlich, dass wir mittlerweile genug von diesen Tieren hatten und lieber endlich mal ein Känguru gesehen hätten, aber wir hofften und schauten vergeblich. Zu guter Letzt machte die Polizei auf der Straße noch eine Riesenkontrolle, in die wir nur reingerieten, weil wir ausweichen wollten und die falsche Straße erwischten, wo sie uns direkt rausfischten. Malte musste pusten und es ging zum Glück alles glatt, denn sie wollten weder irgendwelche Papiere sehen noch Maltes leider doch nicht ganz so internationalen Führerschein :) Endlich wieder im Hostel angekommen, mittlerweile war es 23.30 h, waren wir alle so hungrig, dass wir uns noch geile Spaghetti Carbonara kochten und den Tag mit einem gemeinsamen Essen müde, aber glücklich beendeten. Lustiger und nervenaufreibender Tag :)
Morgen wollen wir dann mit Philipp und Orlando wieder Richtung Sydney aufbrechen und wahrscheinlich schon auf Arbeitssuche gehen, denn in Melbourne regnet es mittlerweile nur noch und die einzigen sonnigen Stunden könnte man in Perth im Westen Australiens erhaschen. Diese lange Fahrt wollen wir Orlando aber nicht zumuten und außerdem ist das Benzin hier zwar günstiger als in Deutschland, aber 3500 km sind trotzdem ziemlich teuer und dauern ewig, denk ich :)
So, jetzt seid ihr wieder auf dem neuesten Stand und es reicht mit Schreiben.
Mit Orlando haben wir uns also auf den Weg nach Melbourne gemacht, denn im Nordosten und Osten sind es ja leider wettermäßig zur Zeit eher mau bis weltuntergangsmäßig aus. Von Sydney nach Melbourne sind es so um die 1000 Kilometer, die wir in 4-5 Tagen bewältigt haben. Der Princes Highway führt einmal um Australien und hat uns durch die unterschiedlichsten Landschaften und Örtchen nahe der Küste geleitet. So haben wir beispielsweise eine Nacht in Eden auf dem Campingplatz verbracht und nach 2 Tagen eiskalter Stranddusche endlich mal wieder eine heiße Dusche bekommen. In Lakes Entrance haben wir entschieden, am Strand zu schlafen: Kalt und sandig, aber der Sternenhimmel, das rauschende Meer und der Sonnenaufgang lassen einen das fast vergessen! Einmalig! Allerdings empfehlen wir eine große Isomatte oder Luftmatratze und funktionierende Schlafsäcke :)
Endlich in Melbourne angekommen, war es eine Wonne, endlich wieder in einem normalen, frischen, sauberen, weichen Bett zu schlafen und so haben wir die ersten 1 1/2 Tage mit Schlafen und Essen verbracht :D Frisch und munter haben wir dann die Stadt bei Sonne und 35 Grad erkundet, eine Stadtführung der besonderen Art mitgemacht (eine Australierin hat uns in eher unauffällige Gässchen geführt, die aber herrliche und vor allem günstige Cafes enthielten und in denen man allerlei Graffiti usw. entdecken konnte) und das Leben in der Zivilisation und außerhalb des Autos genossen ;) Am Samstagabend haben wir ein deutsches Pärchen aus unserem Hostel kennengelernt (Daniel, 30, BWL studiert und gearbeitet und Aline, 26, Physiotherapeutin) und sogleich beschlossen, zusammen die berühmten 12 Apostel zu besuchen, die gute 300 Kilometer südlich von Melbourne liegen und von denen wir noch nie was gehört hatten :D Montagmorgen sollte es mit Orlando losgehen. Beim Frühstück kamen wir dann noch mit dem 18-jährigen, ebenfalls deutschen, Abiturienten Philipp aus Gifhorn (:D) ins Gespräch und haben ihn spontan eingeladen, uns ebenfalls zu begleiten, was er dann auch tat.
Zu fünft ging es also los Richtung Süden zu den 12 Aposteln, auch wenn das Wetter ziemlich zu Wünschen übrig ließ, um nicht zu sagen, es war beschissen. Trotzdessen waren alle guter Laune und gradezu besessen auf die australische Tierwelt, wir hatten nämlich alle noch kaum typische Tiere gesehen. Als der Lonely Planet uns dann sagte, eine kleine Straße zum südlichsten Punkt Australiens sei von Koalabären bevölkert, ließen wir uns natürlich nicht lange bitten. Und tatsächlich: Kaum ein paar Meter durch den Dschungel gefahren, standen dort die ersten Touris und bestaunten einen ziemlich begossen aussehenden Koala in den Bäumen. Wir natürlich sofort raus aus dem Auto und tausende schlechte Fotos vom ersten gesichteten Koala gemacht. Und so ging es im Prinzip die ganze Zeit weiter: Immer, wenn vor uns auf der Straße Autos standen, hielten wir auch und fotografierten drauf los, bis es uns irgendwann reichte mit Koalagucken und uns ein Känguru herbeiwünschten. Doch die ließen auf sich warten. Der südlichste Punkt Australiens inklusive ältestem Leuchtturm Australiens war weniger spektakulär, denn man sah weder das Meer noch den Leuchtturm vom Parkplatz aus und der Eintritt war uns dann doch zuviel. Und auch nach einem längeren Marsch durchs Gestrüpp (Schlangenwarnungen überall und Philipp barfuß, weil er seine Lederflippis nicht ruinieren wollte :D) sah man kein Wasser. Also wieder zurück durch den mit Koalas bestückten Dschungel, von denen wir mittlerweile richtig angenervt waren, aber dazu später mehr.
Am frühen Nachmittag kamen wir nach langem Rumgetucker durch großartige Kulissen der Great Ocean Road endlich an den 12 Aposteln an, die mittlerweile nur noch 7 sind, da das Meer die riesigen Felsen im Wasser so langsam aber sicher wegspült. Und wieder einmal: Großartig! Die lange Fahrt hat sich wirklich gelohnt und auch bei leichtem Nebel und Nieselregen war der Ausblick toll und eine Erfahrung wert! Fotos folgen, dann werdet ihr das vielleicht ansatzweise verstehen :)
Die Rückfahrt: Der Nebel nahm immer mehr zu, sodass wir zeitweise nur 20 km/h fahren konnten und keine 20 Meter weit gucken konnten. Regnen tat es sowieso die ganze Zeit. Und dann passierte es: Wir waren grade voll in ein Gespräch über die Managerin des Jahres 2010 verwickelt, die Aline behandelt hatte, als Malte am Steuer auf einmal aufschrie und ein gewagtes, aber nichtsdestotrotz richtiges und sicheres Ausweichmanöver startete, denn was lief vor uns über die Straße: Ein Koala! Wir hätten ihn voll erwischt, wäre Malte nicht zur Seite gefahren und den doofen Koala interessierte das n Scheiß! Verständlich, dass wir mittlerweile genug von diesen Tieren hatten und lieber endlich mal ein Känguru gesehen hätten, aber wir hofften und schauten vergeblich. Zu guter Letzt machte die Polizei auf der Straße noch eine Riesenkontrolle, in die wir nur reingerieten, weil wir ausweichen wollten und die falsche Straße erwischten, wo sie uns direkt rausfischten. Malte musste pusten und es ging zum Glück alles glatt, denn sie wollten weder irgendwelche Papiere sehen noch Maltes leider doch nicht ganz so internationalen Führerschein :) Endlich wieder im Hostel angekommen, mittlerweile war es 23.30 h, waren wir alle so hungrig, dass wir uns noch geile Spaghetti Carbonara kochten und den Tag mit einem gemeinsamen Essen müde, aber glücklich beendeten. Lustiger und nervenaufreibender Tag :)
Morgen wollen wir dann mit Philipp und Orlando wieder Richtung Sydney aufbrechen und wahrscheinlich schon auf Arbeitssuche gehen, denn in Melbourne regnet es mittlerweile nur noch und die einzigen sonnigen Stunden könnte man in Perth im Westen Australiens erhaschen. Diese lange Fahrt wollen wir Orlando aber nicht zumuten und außerdem ist das Benzin hier zwar günstiger als in Deutschland, aber 3500 km sind trotzdem ziemlich teuer und dauern ewig, denk ich :)
So, jetzt seid ihr wieder auf dem neuesten Stand und es reicht mit Schreiben.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen