Freitag, 4. März 2011

Unser Leben als Backpacker in Australien

Seit ungefähr 2 Monaten sind wir nun in Avalon Beach, einem kleinen Vorort von Sydney an den Northern Beaches. Wir wohnen in einem Hostel, welches ca. 70 Backpackern Platz bietet und damit ziemlich klein ist, sodass es hier sehr familiär zu geht und man so gut wie jeden kennt und grüßt. Von Kanada über Spanien bis hin zu Neuseeland ist die ganze Welt vertreten und es macht Spaß, die verschiedenen Lebens- und Reisegeschichten auszutauschen. Den meisten Kontakt hat man doch aber zu den paar Deutschen, die es gibt, weil man über mehr Dinge ausführlicher reden kann :) Das Hostel hat eine sogenannte Working List, auf der man sich eintragen kann und über die man dann Jobs von Leuten aus der Umgebung vermittelt bekommt, weswegen es auch fast immer ausgebucht und bei vielen Leuten bekannt und beliebt ist.

Ich arbeite seit Anfang an in einem Sandwich- und Delicatessenladens names Pipinos, das einem italienischen Australier gehört und sich als echter Glücksgriff entpuppt hat! Denn zum Einen ist mein eigentliches Vorhaben, in einem Restaurant zu arbeiten, durch die strengen Regelns bezüglich des Alkoholausschanks nicht möglich, da ich dafür eine RSA (Resposible Service of Alcohol) machen müsste, die um die $200 kostet. Nö! Zum anderen sparen wir durch den Job eine Menge Geld für Lebesmittel, da ich jeden Tag reichlich kulinarische Köstlichkeiten zum Essen und Mitnehmen bekomme und damit für unser leibliches Wohl gesorgt ist und wir nicht immer nur Nudeln und Brot essen müssen. Außerdem sind die Leute, die dort arbeiten, supernett und lustig: Dany ist vor ca. 5 Jahren von den Philipinen nach Australien gekommen, arbeitet seitdem im Shop und ist mittlerweile sowas wie der Hauptkoch (es gibt täglich frische Suppen, Nudelgerichte zum Mitnehmen oder gleich essen, die geilsten Salate ever, deren Rezepte ich mir noch besorgen muss und so weiter). Er versorgt mich jeden Tag mit leckeren Kleinigkeiten aus dem Laden oder von zu Hause und seine Kochkünste sind wirklich legen…där! Dany kennt fast jeden Kunden mit Namen und plaudert mit ihnen nach Lust und Laune in seinem genialen asiatischen Australienenglisch. Malte ist bei ihm mein „Daddy“ und mich nennt er immer nur „Sin“. Letzten Sonntag hat er nach Ladenschluss erstmal ein Nickerchen auf einem Stuhl im Schaufenster gemacht, sodass er von außen wie ne mopsige Schaufesterpuppe aussah :D Dexter ist vor einem halben Jahr nach Australien gekommen und kann auch nur noch bis Juni bleiben, da dann sei Visum ausläuft und er erstmal wieder zurück auf die Philipinen zu seiner Frau und seinem Kind geht. Er ist fürs Schnibbeln, Abwaschen und die Burger zuständig und rennt dabei immer hektisch durch die Gegend, weil er manchmal einfach nicht versteht, was man möchte. Dex macht die geilsten Smoothies und Milchshakes, von denen ich auch des Öfteren einen abbekomme. Ted gehört der Shop. Er ist Australier mit italienischen Wurzeln und italienischer Frau names….Sina :) Außerdem ist er der Bruder von Heidi Klums erstem Mann, googelt das mal ;) Er hat mir heute quasi befohlen, dass ich, wenn ich Hunger habe, aber noch keinen Lunch möchte, mich aus der Sandwichbar bedienen und einfach drauflos mampfen sollte. Supercool! Außerdem arbeiten noch Robbie, Teds erwachsene Tochter, Anna, Mutter von 3 Kindern und daher nicht voll einsatzfähig sowie der 21-jährige Student Zorro (eigentlich heißt er nicht Zorro, aber sein richtigen Namen kann wohl keiner aussprechen) aus Nepal abwechselnd im Shop. Nächste Woche sind wir mit der gesamten Crew bei Dany und seiner Frau zum BBQ eingeladen, mal sehen, was dort so passiert.

Malte hat bis vor 1 Woche Gelegenheitsjobs wie Gardening oder Labouring gemacht, die er durch das Hostel vermittelt bekam. Seit kurzem hilft er nun einer Familie bei der Renovierung ihres neu gekauften Hauses in Newport einen Ort weiter. Am kommenden Montag wird der Umzug stattfinden, deswegen arbeitet Malte zurzeit auf Hochtouren mindestens 9 Stunden am Tag. Ab dem 11. März ist die ganze Familie dann in der Karibik, wo der Vater, ein Profisegler, eine Regatta bestreitet. In den 3 bis 4 Wochen dürfen Malte und ich das Haus hüten, für lau! Das heißt, wir können endlich das Hostel verlassen, haben ein vernünftiges Bett, Fernsehen, Internet, ein sauberes Badezimmer und eine saubere Küche ganz für uns alleine und sparen dabei noch. Das ist auch mit ein Grund, warum wir uns entschieden haben, unseren Australienaufenthalt um 1 Monat zu verlängern. Zum Einen können wir noch ein bisschen mehr Geld für die Weiterreise verdienen und zum anderen haben wir mehr Zeit, Orlando zu verkaufen und den ganzen restlichen Kram zu klären, wie zum Beispiel, wie wir tausende australische Dollarscheine auf unser DKB-Konto bekommen ohne Unmengen von Gebühren bezahlen zu müssen :)

Neben Arbeiten, Essen und Schlafen machen wir kaum viel mehr als am Strand zu chillen, so schwimmen oder zu surfen und es hat sich wirklich so etwas wie Alltag eingeschlichen :)

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